Die Trauben
Spätburgunder
Beim Spätburgunder (pinot noir) handelt es sich um eine Rebsorte aus dem Burgund - einer Region, die berühmt für ihre köstlichen und samtigen Rotweine ist. Rote Stillweine gibt es im Sekthaus Solter jedoch nur ausgesprochen selten. Hauptzweck dieser Rebsorte ist es, dem Pinot-Cuvée das nötige Rückgrat zu verleihen. Bis auf wenige Ausnahmen enthalten blaue Trauben hellen Saft. Die dunkle Färbung wird erst durch das Einmaischen von Traubenschalen und -saft erreicht. Je länger der Kontakt mit den Beerenschalen desto kräftiger die Färbung besonders wenn schon Alkohol vorhanden ist, der die Anthocyane aus den Traubenschalen heraus löst. So entstehen dann die feinen und duftigen Rosé-Weine mit ihrem aromatischen Pinot-Geschmack.
Riesling
Der Riesling ist unsere wertvollste Weissweinsorte, die den großen Weltruf der deutschen Weine begründet hat. Seine Anbauschwerpunkte liegen in den klassischen Weinbauregionen der nördlichen Gebiete. Er braucht klimatisch beste Lagen, gedeiht jedoch auf allen rebfähigen Böden. Allerdings wachsen die allerfeinsten Rieslinge auf Gesteinsverwitterungsböden, z.B. Schiefer-Quarzit in den Lagen Rüdesheimer Berg, Kiedricher Gräfenberg, Lorcher Bodenthal und Steinberg.
Riesling ist ein transparenter Wein, der Duft und Geschmack der Trauben direkt vermittelt. Der natürliche Überfluss an aromatischen Substanzen ist das Ergebnis der in den kühleren Anbaugebieten Deutschlands betont langen Reifeperiode. Um den 50. nördlichen Breitengrad herum, wo die meisten der deutschen Rieslingspitzenlagen zu finden sind, beträgt die Zeitspanne zwischen Rebenblüte und Lese der reifen Trauben 120 Tage. Viele der großen Rieslinge werden aus Trauben gewonnen, die sogar bis zu 150 Tage am Stock gehangen haben. Mit jedem weiteren Tag steigt die Aromakonzentration in den Trauben an. Keine andere Weissweinrebe besitzt eine vergleichbare Kapazität, die Qualität immer weiter zu steigern. Bis in den Dezember hinein - sofern es das Wetter zulässt.
Die charakteristische Säure des Rieslings ist eine weitere Folge der späten Reife. Zu Beginn der Rieslinglese schmecken die Trauben anderer Weissweinsorten schon süß. Rieslingtrauben aus den besten Lagen Deutschlands weisen dagegen selbst bei einer Lese im November eine lebhafte Säure auf. Abhängig von Gebiet, Bodentyp und Wachstumsbedingungen kann diese Säure elegant und seidenweich, kräftig und rassig oder fest und stahlig schmecken. Es ist das Spiel zwischen Säure und Fruchtaromen, das den Rieslingweinen ihre ausgeprägte Persönlichkeit gibt, sie frisch und animierend macht.
Dieser Saft der edelsten Rebe concentriert alles in sich, was die Natur an Gewürz, Geruch, Geschmack und Liebreiz möglichst zu erzeugen vermag. Die Dichter preisen diesen Nectar aller geistigen Flüssigkeiten als den wahren Göttertrank. (Benedict Kölges, 1837)